siebenmachen
siebenmachen ist: Christine

Christine Kamlah Modistin München

In den nächsten Wochen stellen wir euch in unserer Blogserie “siebenmachen ist:” die Personen hinter siebenmachen vor. Wir wollen dieses Mal mehr zeigen als nur die Produkte. Und ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern – über andere Projekte, Zukunftspläne und tolle Orte in München. Unsere Gruppe ist übrigens 2012 entstanden und seitdem ganz schön gewachsen… unser neustes (und leider schon gar nicht mehr aktuelles) Gruppenfoto findet ihr hier. Nach Stefanie ist nun Christine an der Reihe – übrigens die Hauptakteurin unserer verrückten Hutmacher-Teeparty am kommenden Samstag.

Wer bist du und was machst du?

Ich heiße Christine Kamlah und bin Modistin. Ich mache Hüte, Mützen, Kappen und Kopfschmuck für Damen. Das unterscheidet mich vom Hutmacher, der arbeitet für Herren. (Wobei ich ein bisschen schummle: eine Auswahl an Schiebermützen und Vintage-Hüten für Herren gibt es bei mir auch.)

Kopfgeschichten nostalgische Hüte Vintage

Seit wann gibt es dein Label “Kopfgeschichten”? Wie bist du auf die Idee gekommen? Welcher Weg hat zu deinem jetzigen Label geführt? Was war dein erstes, richtiges Produkt?

Gelernt habe ich meinen Beruf vor mehr als zwanzig Jahren, mein Label “Kopfgeschichten” gibt es seit 2009. Vorher habe ich nur vereinzelt Hüte für mich und auf Bestellung gemacht.
Mein erstes Produkt mit meinem eigenen Firmenetikett war ein süßer Dirndlhut im 40er-Jahre-Stil, inspiriert von einem Modebuch meiner Großmutter. Damals habe ich auch mit dem Boogie-Tanzen angefangen, daher auch meine Liebe für die Mode der 30er-50er Jahre, die man meinen Stücken so deutlich ansieht.
Die Initialzündung kam allerdings mit meinem ersten Laptop und ebay (ich bin da ein absoluter Spätzünder): ich habe mein Geschäft mit ersteigerten Hutformen aus den 50er-Jahren begonnen.

Mit welchen Materialien arbeitest du am liebsten?

Ich verwende am liebsten Materialien vom Flohmarkt oder vom Dachboden und verarbeite Stoffe, die meine Kunden mitbringen. So ist jedes Stück eine eigene und einzigartige “Kopfgeschichte”.

Kopfgeschichten Hutformen und Filzrohlinge

Was macht dir am meisten Spaß daran?

Ein Hut ist immer ein überschaubares Projekt, das gefällt mir. Der kreative Prozess ist bei mir spielerisch und intuitiv. Ich arbeite nicht mit einer Entwurfszeichnung, sondern “fühle” oft am Material, was es werden will. Deshalb gibt es auch nie eine exakte Kopie eines Hutes. Am liebsten arbeite ich mit Filz, der ist so schön formbar.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei dir aus?

Nachdem ich leider nicht hauptberuflich Modistin sein kann, komme ich oft erst abends in meine Werkstatt. Dort mache ich dann ein Hörbuch an und versinke in bunten Welten und zwischen Seidenblumen, Federn und Stoffen. Montags und Samstags kann ich mich dann intensiver meinem “Geschäft” widmen. Da werden dann größere Projekte in Angriff genommen, Flohmärkte nach Material durchstöbert und Kundentermine ausgemacht.

Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich durch meine Fotos (z.B. auf Facebook) stöbere, wie viele und wie viele verschiedene Hüte schon durch meinen Kopf und meine Hände gegangen sind.

Was ist dein nächstes großes berufliches Ziel?

Natürlich ist es mein großes Ziel, eines Tages ganz als Modistin zu arbeiten. Aber realistisch betrachtet wird das eher ein Traum bleiben.

Kopfgeschichten Hutcafé

Was kann man von dir im Atelierladen kaufen und was machst du sonst noch so?

Im Atelierladen gibt es von mir immer eine bunte Mischung von Hüten, Kappen, Haarreifen und Haarblumen. Ausserdem ist der Laden ein schöner Anlaufpunkt für die Kunden, denen Germering “zu weit draussen” ist. Ich repariere und modernisiere auch gerne jeden Lieblingshut und jeden vom Opa geerbten “Dietschi”. Natürlich fertige ich auch auf Wunsch und nach Maß für jeden Anlass Hüte und Kopfschmuck. 2-3 mal im Jahr veranstalte ich bei mir zu Hause ein “Hutcafe”. Dort kann man dann in lockerer Ausstellungsatmosphäre mein gesamtes Angebot sehen, aufprobieren und kaufen. Zur Stärkung gibt es,na klar, Kaffee und Kuchen. Einladungen dazu gibt es dann im Atelierladen und auf meiner Facebook-Seite. Außerdem findet man mich auf Vintagemärkten in der Swing-und Lindy Hop-Szene.

[Das nächste Hutcafé findet im Atelierladen statt – am 16. Juli]

Kopfgeschichten Headpieces

Was ist dein Lieblingsprodukt im Laden und warum?

Diese Frage ist gaaanz schwierig zu beantworten: das Geschirr von Elena Krafft, der Honig von Andreas Bock? Oder die tollen Holzboxen und -schalen von den “Bunten Individualisten”? Dass es alles Einzelstücke sind und oft Geschichte haben, gefällt mir an allen Stücken.

Dein Geheimtipp für München?

Ein wirklicher Geheimtipp ist der Pasinger Viktualienmarkt. Der ist so geheim, dass ihn selbst viele Pasinger nicht kennen! Dabei ist er eine echte Innenhof-Oase mit Bäumen, Kopfsteinpflaster und plätscherndem Brunnen.
Dort gibt es Obst, Gemüse, Blumen, einen Metzger, Bäcker, Käse- und Fischladen. Und mit Banandis Deli ein stylisches kleines Cafe. Ich arbeite dort von Dienstag bis Freitag am Gemüse- und Obststand meines Bruders (Bio-Gärtnerei Florian Kamlah).

Mehr zu Christines Unternehmen “Kopfgeschichten” findet ihr auf ihrer Website und bei Facebook – dort postet sie übrigens immer die neusten Kreationen und Materialzugänge und man kann sich die schönen Stücke gleich reservieren!

(Foto von Christine: Simone Naumann; Fotos: Christine Kamlah/Mona Knorr; Text & Konzeption: Stefanie Ramb, Mona Knorr)

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